Individualismus hat seine Vorteile. Tribalismus auch.

Der Individualismus in seiner kollektiven Form als Ideologie für alle ist definitiv eine Erfindung der Neuzeit. In vorgeschichtlicher Zeit war ein Überleben außerhalb der Sippe nicht möglich. Erst die Stadtluft machte frei, und wirklich überflüssig wurde der Sippenverband für den Durchschnittsbürger erst durch die Sicherheit des Rechtsstaates und der Sozialversicherungen. Individualismus muss man sich leisten können. Die wenigsten sind zum Maverick geboren.

Wenn wir individualistische Gesellschaften im Westen mit kollektivistisch-tribalistischen in Afrika und Asien vergleichen, so sind erstere eindeutig intellektuell im Vorteil, es blüht die Wissenschaft, die Bürger sind wohlhabender. Meinungsfreiheit und Diversität der Ideen befördern offensichtlich den Fortschritt.

Kollektivistische Gesellschaften dagegen sind primitiver gestrickt, aber damit auch resilienter gegenüber dem großen Selbstzweifel, der die westlichen Gesellschaften befallen hat. Sie fragen nicht lange, was richtig oder falsch ist, sie wissen, dass sie die Guten sind, sie vermehren sich, sie schrecken nicht vor Gewalt zurück, um ihre Ziele zu erreichen, und sie produzieren genügend kampfbereite junge Männer, um sich dieses Verhalten leisten zu können.

Während im Westen die schärfsten Gegner des Rechtsstaates diesen dazu benutzen, ihre Ausweisung zu verhindern, machen tribalistische Staaten kurzen Prozess mit ihren Gegnern. Während es für den Westen undenkbar ist, Einwanderer aus tribalistischen Kulturen pauschal abzulehnen, bilden ebendiese tribalistischen Einwanderer  Parallelgesellschaften in den Gastländern, über Generationen, ohne sich zu assimilieren. Und sie werden hier wie überall die Machtfrage stellen, sobald die Mehrheitsverhältnisse passen, denn sie wissen, dass ihre Kultur überlegen ist und es verdient, zu herrschen.

Unser Individualismus brachte uns nicht nur eine zivilisierte Gesellschaft, sondern er gab uns auch die Mittel an die Hand, um uns erfolgreich jedes Gegners zu erwehren. Jetzt aber raubt er uns zunehmend den Willen und das Selbstbewusstsein, dies auch zu tun. Wir haben schon einmal gerade noch so die Kurve bekommen und Churchill statt Chamberlain gewählt; hoffen wir, dass wir diese Kraft erneut aufbringen und nicht mit der Wahl Obamas statt Romneys unsere letzte Chance vertan haben.

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