Terror: Kampf gegen den IS?

Nach einem Anschlag wie jetzt in Paris stellt sich die Frage, ob das ein Einzelfall war, ob wir zukünftig mit mehr Terror rechnen müssen, was wir dagegen tun können.

Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass Terror ein vernachlässigbares Problem ist; auch wenn man an den Aussagen eines Experten zweifeln mag, der den Klimawandel für unser größtes Problem hält, ist es ja tatsächlich so, dass die Anzahl der Opfer in Europa oder den USA bisher überschaubar ist. Allerdings haben die gleichen Leute vor einem Jahr auch noch behauptet, dass die steigende Anzahl der Asylbewerber kein Problem sei und noch weit unter den Zahlen in den 90ern während des Balkankrieges liegen würde.

Zudem berücksichtigt diese Argumentation nicht, wie sehr Terrorismus schon heute unsere westliche Zivilisation verändert hat, und zwar nicht zum Guten. So wäre nach 9/11 dieser junge Romantiker in Wirklichkeit wahrscheinlich erschossen worden. Wie AIDS für Sex ist der Terror eine allgegenwärtige Gefahr für unsere Freiheit, für unsere Art zu leben.

Der o.g. Autor argumentiert, dass wir auch deswegen nicht gegen den Terror vorgehen sollten, weil es ja gerade das Ziel der islamischen Terroristen zur Rekrutierung sei, die Westler als „Kreuzzügler“ darzustellen. Es ist zweifellos richtig, dass die Islamisten versuchen, den Kampf der Kulturen zu provozieren, aber die Frage ist doch – wäre er deswegen falsch? Ist nicht bereits jetzt schon die Opferlegende der Muslime von der Islamophobie des Westens so ausgeprägt, dass es auf einen weiteren Krieg nicht mehr ankäme? Gäbe es nicht umgekehrt die Chance, dass genau wie beim Sieg über die Nazis die vollständige Vernichtung des IS auch dessen Mythos vom unvermeidlichen Sieg der Ummah über den Westen begraben und damit einen wesentlichen Faktor der Attraktivität der Ideologie für die Loser dieser Welt beenden würde?

Viele Liberale und Linke argumentieren, dass statt einem Kampf der Kulturen gegen individuelle Übeltäter vorgegangen werden muss.

Das ist sicher ein hehrer Grundsatz, aber er lässt sich noch nicht mal bei der Strafverfolgung in unserem entwickelten Rechtsstaat durchhalten, weswegen es Konstrukte gibt wie Störer- und Gefährdungshaftung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung etc., die Bestrafung ohne den Nachweis individueller Schuld erlauben. Wie wir gerade bei der Überforderung unseres Staates durch die Asylflut sehen, ist es schlicht und einfach unmöglich, auf weltweite Phänome mit individuellen Lösungen zu reagieren.
Deswegen sind Aktionen wie die Distanzierung einzelner Muslime von den Gewalttaten des IS gut gemeint, aber im großen Bild bedeutungslos. Es ist bedeutungslos, dass manche Muslime heldenhaft für Frieden, Demokratie und Freiheit eintreten, oder dass die schweigende Mehrheit vermutlich einfach nur ihre Ruhe und ein gutes Leben will. Niemand bei Verstand behauptet, dass alle Muslime den IS gut finden. Das tun nicht mal andere, mit dem IS verfeindete Terrorgruppen, wenn auch ausschließlich aus taktischen Gründen, was unseren Staatsfunk nicht daran hindert, diese Terroristen als „Palästinensergruppen“ zu verharmlosen.

Wenn man diesen Zahlen glauben kann, lehnen 90% der syrischen Flüchtlinge den IS ab.

Umgekehrt heißt das aber, dass wir bis Ende nächsten Jahres etwa 100.000 Leute ins Land gelassen haben werden, die bereits jetzt gewisse bis ausgeprägte Sympathien für den IS und seine Methoden hegen, und damit Nährboden und Rückzugsraum für Terroristen sind. Es spielt dabei keine Rolle, was im Koran steht, ob jetzt der IS den wahren Islam vertritt oder pervertiert, es ist einfach eine Tatsache, dass ein erschreckend hoher Anteil von Muslimen Werte vertritt, die unserer Art zu leben diametral gegenüberstehen.

Und egal, ob die Attentäter in Paris als Flüchtlinge ins Land gekommen sind oder aus den muslimischen Slums rund um Paris stammen: in den nächsten Jahren wird vergleichbar mit der Entwicklung in Frankreich, Belgien oder Schweden durch die unvermeidlich eintretende Desillusionierung der Migranten auch in Deutschland in Parallelgesellschaften und Slums eine weitere Radikalisierung stattfinden. Zu behaupten, wir würden dies anders als unsere Nachbarn dank einer perfekt ablaufenden Integration vermeiden, ist nicht mehr nur naiv, das ist bewußte Täuschung.

Polen hat anders als Frankreich oder Belgien keine arabischen Parallelgesellschaften und keine Probleme mit Terroristen.

Wir können behaupten, das sei nur eine Zufallskorrelation. Wir können wie Polen oder Tschechien komplett die Grenzen für Muslime schließen. Wir können Terror in Kauf nehmen für unsere Willkommenskultur. Wir können versuchen, bei der Einwanderung die guten von den bösen Muslimen zu trennen. Auf Twitter findet man da wirklich innovative Ideen:

Abgesehen davon, dass es nicht entscheidend ist, ob Muslime Mohammed malen, sondern wie sie darauf reagieren, wenn andere es tun, ist es nicht weniger bizarr, Bekenntnisse von Migranten zum Grundgesetz zu fordern, wie das jetzt vor allem die CDU als Lösung gegen Fundamentalismus sieht. Hinzu kommt, dass die Radikalisierung oft später, manchmal auch erst in der nächsten Generation erfolgt. Wie man es auch dreht und wendet, es gibt keine moralisch unangreifbare Lösung, um den Terror draußen zu halten, außer im Lala Land, wo alle Flüchtlinge syrische Ärzte sind, die an der Grenze angesichts der Refugees-Welcome-Plakate ihre letzten fundamentalistischen Neigungen hinter sich lassen und nichts mehr wünschen als unsere Renten zu finanzieren.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass wir außer einigen kosmetischen Änderungen vorerst nichts an unserer Politik der offenen Grenzen ändern, und in einigen Jahren mit Familiennachzug drei bis sechs Millionen Araber in Deutschland leben werden.

Und deshalb muss uns klar sein, dass jeder Krieg gegen den IS auch zu einem Krieg bei uns werden wird.
Ich habe meine Zweifel, dass Westeuropa noch die Stärke besitzt die Opfer zu bringen, die für diesen Krieg notwendig sind. Und je länger die Grenzen offen bleiben, je mehr Muslime im Land sind, desto größer wird die Gefahr für uns. Das ist kein Vorurteil, das ist kein Schüren von Ängsten, das ist reine Statistik. Zehn Prozent von Hunderttausend sind Zehntausend, aber zehn Prozent von einer Million sind schon hunderttausend IS-Fans. Das überwältigt jeden Sicherheitsapparat. Tausend Terroristen darunter verschwinden im Meer ihrer Unterstützer wie ein Fisch im Wasser, wie man in Frankreich und Belgien sieht. Die schweigende, friedliche Mehrheit ist bedeutungslos. Die extremistische Minderheit unter den Muslimen wird uns hier bei einem Krieg gegen den IS das Leben zur Hölle zu machen.

Aber wenn wir diesen Kampf nicht führen, da stimme ich mit Döpfner überein, wird Houellebecqs „Unterwerfung“ eher früher als später zur Realität werden. Der Krieg käme also trotzdem zu uns; schon Mohammed brauchte schließlich außer seiner göttlichen Mission keine weiteren Gründe, um den Nahen Osten mit Krieg und Terror zu überziehen.

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