Ich bin kein Rassist, aber…

…aber es hängt wohl davon ab, wie man Rassismus definiert.

Wenn man Rassismus definiert als den Glauben, dass die Eigenschaften einer Person durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie definiert werden, oder dass Menschen einer ethnischen Gruppe anderen Menschen grundsätzlich überlegen sind, dann bin ich kein Rassist, denn das halte ich, das hält jeder mit Kenntnissen in Biologie für Blödsinn.

Menschen unterscheiden sich nämlich schon innerhalb einer Familie, geschweige denn einer Ethnie, viel zu sehr, um über einen Kamm geschoren werden zu können. Und das liegt wiederum daran, dass Vielfalt eine intrinsische Stärke des Lebens ist; wenn unterschiedliche Wege beschritten werden, kann man nicht so schnell in einer Sackgasse enden. Je größer der Genpool einer Art ist, d.h. je mehr unterschiedliche Ausprägungen, Allele, es für einzelne vererbte Merkmale, Gene, gibt, desto stabiler und widerstandsfähiger ist die Art. Deswegen unterhalten Zoos und Tierparks Zuchtprograme für gefährdete Tierarten, tauschen untereinander Tiere aus, um eben diese Vielfalt des Genpools zu erhalten. Wenn nämlich nur noch sehr wenige Angehörige einer Art existieren, ist bereits ein großer Teil der Eigenschaften, die diese Art ausmachten, verloren.
Daher ist schon allein, wenn man nur das Erbgut eines Menschen betrachtet, eine pauschalisierende Bewertung nach ethnischer Zugehörigkeit unangebracht. Und das trifft natürlich noch viel mehr zu, wenn wir dazu die individuelle Entwicklung eines Menschen berücksichtigen. Und völlig absurd ist die Vorstellung, die Rechte einer Person oder den Umgang mit ihr von der Ethnie abhängig zu machen, in Form von Rassengesetzen oder Sippenhaft.

Oftmals wird aber der Rassismus-Vorwurf in einem anderen Zusammenhang laut, nämlich bei der Bewertung von Kulturen. Die Behauptung, dass manche Kulturen besser sind als andere, gilt als rassistisch.
Dazu zwei Anmerkungen. Zum einen sind Kulturen keine Rassen (wobei der Begriff der Rasse bei Menschen streng genommen eh nicht korrekt ist, weswegen ich hier lieber von Ethnien spreche), auch wenn sich Kulturen oft an ethnischen Grenzen orientieren. Aber z.B. stellen islamische Gesellschaften einen kulturellen Großraum dar, der von Marokko bis Indonesien viele verschiedene Ethnien umfasst. Eine Kultur ist eine ideelle Größe, gewissermaßen die Summe ihrer Errungenschaften und Moralvorstellungen, und die kann man selbstverständlich besser oder schlechter, mehr oder weniger wertvoll finden; es gibt ja das geflügelte Wort, dass, wenn alle Kulturen gleich viel wert sind, Kannibalismus nur eine Frage des Geschmacks sei.
Den Islam mit seinem Tribalismus, seiner archaischen Moral und Rechtsprechung als der westlichen Welt unterlegen zu bewerten ist daher kein Rassismus, sondern Realismus.

Eine Grauzone zwischen Rassismus und Kulturkritik liegt im Bereich der gruppenspezifischen Vorurteile, was hier schon mehrfach Thema war. Der Punkt ist nämlich, dass diese Vorurteile bezogen auf die Gruppe im Mittel durchaus zutreffen können, ohne dass man über konkrete Einzelpersonen daraus Aussagen ableiten kann. Dass Taschendiebe hier oftmals osteuropäische Zigeuner sind, dass Muslime sich schlechter in andere Kulturen integrieren, das Schwarze eine höhere Grundaggressivitat, Chinesen eine höhere Intelligenz und Frauen eine geringere Körperkraft haben, trifft im Durchschnitt zwar zu, aber es lassen sich dadurch keine Aussagen über konkrete Mitglieder dieser Gruppen ableiten. Denn natürlich gibt es dumme Chinesen genau wie Frauen, die stärker sind als die meisten Männer.

Ein Dilemma, vor dem wir jetzt ganz konkret stehen: wenn wir wissen, dass die bisherige Zuwanderung von Muslimen in westliche Länder eher schlechte Ergebnisse bezüglich Produktivität und Kriminalität brachte, und die Probleme umso größer werden, je höher der Anteil der Muslime ist – dürfen wir dann die zukünftige Einwanderung von Muslimen ohne Ansehen der einzelnen Person komplett unterbinden? Ist das dann Rassismus? Ist es etwas anderes als bei einem Inländer, wenn man die Rechte eines Ausländers von seiner Religion abhängig macht? Oder muss man umgekehrt sehenden Auges hunderttausende Islamisten und Antisemiten ins Land holen, weil das zwar auf etwa jeden zweiten Muslim zutrifft, aber wir vorher nicht wissen, auf welchen der beiden?
Mir fällt da eine Entscheidung schwer. Ich halte es aber für wichtig, sich klar zu machen, dass statistische Mittelwerte einem nicht das Recht geben, gegenüber konkreten Menschen ein schlechtes Benehmen an den Tag zu legen.

Eine ganz andere Frage ist nach meiner Meinung übrigens, ob es legitim ist Obergrenzen für Zuwanderung festlegen, zum Schutz der eigenen Bevölkerung und der eigenen Kultur; ich habe keine Zweifel daran, dass wir das Recht haben nicht zu Fremden im eigenen Land zu werden.

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Eine Antwort zu Ich bin kein Rassist, aber…

  1. willpol schreibt:

    Sehr guter Beitrag, sehr gut auf den Punkt gebracht!
    Bin froh, endlich mal etwas Kompetentes bei wordpress zu lesen.
    Auf Lösungen zu kommen ist auch 6 Monate nach Deinem Beitrag hier nicht einfacher geworden. Umso mehr schätze ich deinen Beitrag, der entgegen der öffentlichen Debatte differenziert darlegen kann, was wirklich die Problematik ist. Da unsere Medienwelt und auch unsere Politiker dies nicht zufriedenstellend hinkriegen, wachsen extreme Positionen im Volk heran. Blogs stellen nur ein Beispiel dar, das helfen kann, diesem „Trend“ bzw. dieser Entwicklung entgegen zu wirken (im Sinne einer politischen (Weiter-)Bildung).
    Freue mich auf weitere Beiträge Deinerseits! 🙂

    PS: Da Du an Biologie interessiert scheinst, könnte Dich auch ein von mir geteilter Beitrag (nzz.ch) interessieren. Den Link findest du auf meinem Blog im letzten von mir veröffentlichtem Beitrag (zu Björn Höcke, er griff die K-/r-Strategien in einer seiner Reden auf).

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