Bin ich Klimaleugner?

Dem Eingeweihten zeigt natürlich schon die Verwendung des Begriffs Klimaleugner, dass ich mich über den menschengemachten Klimawandel – so die offizielle Bezeichnung – lustig machen will, denn kein ernsthafter Anhänger desselben würde diesen Begriff verwenden. Oder?

Ok, also bin ich Klimawandel-Skeptiker? Ein Zweifler? Dazu müsste man erst definieren, was genau bezweifelt wird:

  1. Dass der Mensch die Hauptursache des CO2-Anstiegs seit Beginn der Industrialisierung ist?
  2. Dass dieser CO2-Anstieg das Klima beeinflusst und verändert?
  3. Dass die Änderung des Klimas katastrophale Folgen für die Menschheit hat?
  4. Dass die Änderung des Klimas katastrophale Folgen für die Umwelt hat? (Nicht zu verwechseln mit 3., es sei denn, man hält den Menschen für den Mittelpunkt des Universums)
  5. Dass es eine gute Idee ist, den Klimawandel mittels Umstieg auf erneuerbare Energien zu bekämpfen?

Das einzige, was man schlichtweg nicht bezweifeln kann, ist der Anstieg des CO2-Anteils in der Atmosphäre; den kann man nämlich einfach messen. Und seit es mit dem Temperaturanstieg nicht mehr so richtig klappt, wird einem in regelmäßigen Katastrophenmeldungen eben gerne der CO2-Anstieg um die Ohren gehauen, als ob das ein und dasselbe wäre und 1,2,3,4,5 direkt daraus folgen würden.

Dem ist aber nicht so – insbesondere sind die Vorhersagen zur Klimaveränderung erst mal eben nur Vorhersagen, und die sind bekanntlich schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Die Meinung der Experten

Nun sind die Vorhersagen natürlich nicht aus der Luft gegriffen; es existieren seit vielen Jahren Temperaturmessreihen, aus denen man einen Temperaturanstieg ablesen kann, der sich vor allem in den letzten Jahren stark beschleunigt hat (der berühmte Hockeyschläger). Zusätzlich gibt es umfangreiche Klima-Modelle, Computersimulationen, in denen man die bekannten Wechselwirkungen von Atmosphäre, CO2, Wasserdampf, Sonneneinstrahlung zu einem Gesamtmodell des Weltklimas kombiniert, prüft, ob diese Simulation die bekannte Temperaturkurve erklären kann (sog. Backtests) und dann davon ausgeht, dass auch die Ergebnisse des Modells für die Zukunft stimmen.

Alles in allem also ziemlich überzeugende Belege und daher stimmen lt. Studien auch 97% der Forscher der These des menschengemachten Klimawandels zu.

Nun, jemand der Wert darauf legt, als rationaler Mensch zu gelten, sollte also der These ebenfalls zustimmen.

Oder?

Warum ein gewisser Skeptizismus angebracht ist

Im Gegensatz zu vielen anderen wissenschaftlichen Gebieten betrifft der Klimawandel uns alle unmittelbar, denn entweder führt es zu einer Katastrophe, wenn wir nichts dagegen tun und er mit allen prognostizierten Folgen eintritt, oder wir finanzieren und ertragen unnötige teure und umweltschädliche Gegenmaßnahmen, falls er doch nicht eintritt.

Daher halte ich es durchaus für vertretbar, wenn sich ein klimatologischer Laie wie ich zu Wort meldet, und nochmal auf Probleme hinweist, die von qualifizierteren Leuten benannt wurden. Zumal ich schon eine Ahnung davon habe wie Forschung – und Forschungsförderung – generell funktioniert, und was man von computergestützten Simulationen und Prognosen erwarten kann und was eben nicht.

Es gibt kompetente Stimmen, die rundweg in Zweifel ziehen, dass wirklich 97% der Forscher hinter der genannten These stehen, und wenn man erlebt, welche Fehltritte sich das IPCC in regelmäßigen Abständen erlaubt, ist man auch geneigt solche Behauptungen nicht für bare Münze zu nehmen. Es ist einfach für einen Klimaforscher unendlich viel attraktiver und lukrativer, in den Chor der Klima-Apokalyptiker einzustimmen, als einzuräumen, dass alles halb so wild ist, Klimaforschung gar nicht so wichtig wäre, und man die vielen Forschungsgelder lieber nicht ihm, sondern anderen Disziplinen geben sollte. Natürlich entwertet dieser Interessenkonflikt nicht von vornherein die Ergebnisse, aber zusammen mit den ans Licht gekommenen Manipulationen erhöht das eben nicht mein Vertrauen, dass die Forschung in beide Richtungen offen ist.

Aber sogar wenn man die These vorbehaltlos akzeptiert: ob die Prognosen dann stimmen, ob man wirklich so sicher für das Jahr 2100 ein oder vier Grad Temperaturerhöhung, 30cm oder 3m Erhöhung des Meeresspiegels vorhersagen kann, ist nochmal ein ganz anderes Thema. Dass Computermodelle in einfachen Fällen viel leisten können, ist unbestritten, aber dass sie bei komplexen Sachverhalten regelmäßig danebenliegen, weil man gar nicht alle Einflussfaktoren kennt und daher viele Parameter nach dem Gutdünken des Forschers geschätzt werden, ist ebenso eine Tatsache. Man denke nur an die jährlichen Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute, die regelmäßig weit daneben liegen, manchmal sogar die Tendenz komplett verfehlen. Ganz zu schweigen davon, dass überraschende Ereignisse, Krisen, Krieg etc. sie sowieso komplett aus der Bahn werfen.

Ganz konkret zeigt sich das in der Klimawissenschaft daran, dass kein Modell die jetzt seit 17 Jahren andauernde Erwärmungspause vorhergesagt hat. Was passiert, ist dass man jetzt, nachdem die Pause nicht mehr zu leugnen ist, nachträglich immer neue Erklärungen für sie erfindet, und generell nicht mehr von Globaler Erwärmung, sondern eben nur noch vom Klimawandel spricht. Dass es keine Winter mehr geben würde, ist Schnee von gestern, heute prophezeit man mehr Extremwetter, was schon darum vorteilhaft ist, weil man immer irgendwo etwas Extremes finden kann. Es gibt eigentlich keine Beobachtung mehr, die man nicht mit der These vom Klimawandel in Übereinstimmung bringen könnte. Dass manche wegen dieser fehlenden Falsifizierbarkeit mittlerweile von einer Klimareligion sprechen, ist nur halb gespottet.

Man kann also trefflich darüber streiten, ob der Klimawandel wirklich zu einer Katastrophe führt, oder ob die Folgen viel weniger dramatisch ausfallen werden. Es gibt sogar Studien, die positive Effekte, feuchteres, wärmeres Klima und daher mehr Vegetation vorhersagen. Wir sollten nicht vergessen, dass die fossilen Brennstoffe aus einer Zeit stammen (Mesozoikum – when dinosaurs ruled the earth…), als mehr Kohlenstoff in der Atmosphäre war, und CO2 als Treibhausgas eben ein schnelles Wachstum der Vegetation und damit riesige Urwälder ermöglich hat, deren versunkene Überreste wir jetzt als Öl und Kohle aus dem Boden holen. Pflanzen ernähren sich von CO2, weswegen mir sein aktuelles Image als quasi Giftgas schon immer etwas seltsam vorkam. Es gibt sogar die – nicht ganz ernst gemeinte – These, dass, wenn wir die Erde als Lebewesen, Gaia, betrachten, die Menschen einzig und allein zu dem Zwecke existieren, den in riesigen Tiefen verlorenen Kohlenstoff wieder aus dem Boden zu holen und in die Atmosphäre und damit den Kreislauf der Natur zurückzuführen. Unsere evolutionäre Bestimmung wäre es also, möglichst viel Kohle und Benzin zu verfeuern.

Aber sogar wenn wir davon ausgehen, dass der Klimawandel schädlich für uns ist, bleibt noch die Frage, was wir dagegen tun sollen. Deutschland hat sich deswegen (und weil unsere Kanzlerin, begnadete Opportunistin und Populistin vor dem Herrn, nach Fukushima und der Landtagswahl in Baden-Württemberg keine weitere Wahl mehr verlieren wollte) Hals über Kopf in die Energiewende gestürzt.

Und was die Energiewende angeht, habe ich leider nicht die geringsten Zweifel, dass dies eine überaus dumme Idee ist. Ohne leistungsfähige Energiespeicher Grundlastkraftwerke nach und nach abzuschalten oder unrentabel zu machen, und sich den Unbilden des Wetters auszuliefern, das wäre noch nicht mal den Steinzeitmenschen in den Sinn gekommen, die gerade die Vorteile des Ackerbaus zur zuverlässigen Nahrungsmittelproduktion erkannt haben, anstatt sich als Jäger und Sammler weiterhin dem Zufall und dem Wetter auszuliefern zu müssen.

Hinzu kommt noch, dass die erneuerbaren Energien leider unsere Umwelt akut mehr schädigen als die sog. Klimakiller Kohle und Gas. Biosprit führt zur Vermaisung hier und zur Abholzung von Tropenwäldern dort, Windräder verschandeln die Landschaft, töten Vögel und Fledermäuse, und die neuen Stromtrassen, die man bauen muss, weil der Strom nicht mehr da erzeugt werden kann, wo er gebraucht wird, schlagen Schneisen der Verwüstung durch unsere Wälder. Und das verschwendeten Milliarden fehlen uns an anderer Stelle.

Fazit

Ich glaube schon, dass das von Menschen produzierte CO2 einen Wandel des Klimas bewirkt, ich denke nur, dass niemand wirklich beurteilen kann, ob dieser Wandel eine Katastrophe wird, beherrschbar bleibt, oder sogar Vorteile hat. Und daher ist es schwer zu sagen, welche Gegenmaßnahmen gerechtfertigt und sinnvoll sind.

Nicht sinnvoll ist jedenfalls nach meiner Meinung eine Energiewende, die Milliardenkosten und Schäden an der Natur verursacht, obwohl wir jetzt mehr CO2 produzieren als vorher.

Und ich glaube, ungeachtet meiner Meinung zum menschengemachten Klimawandel ist es genau der letzte Punkt, die Ablehnung der Energiewende, der für Grüne, Solarsubventionsritter und andere Profiteure der Energiewende das Feindbild Klimaleugner ausmacht.

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3 Antworten zu Bin ich Klimaleugner?

  1. Werwohlf schreibt:

    Aber sogar wenn wir davon ausgehen, dass der Klimawandel schädlich für uns ist, bleibt noch die Frage, was wir dagegen tun sollen.

    Eben genau das. Erste Frage: Was kostet uns mehr: Die Verhinderung dieser nicht sicheren Katastrophe? Oder die Anpassung auf die Folgen der dann real sichtbaren Katastrophe? Zweite Frage: Können wir die nicht sichere Katastrophe überhaupt verhindern?

    Alle menschliche Erfahrung spricht für Anpassung an das Geschehen und gegen in ihrer Wirksamkeit fragwürdige Versuche, eine vermutete Katastrophe zu verhindern.

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Hm – ist das CO2 eine Ursache der Erderwärmung oder folgt die CO2-Kurve der Erderwärmung? Denn CO2 ist in derart geringen Mengen (0,04%) in der Atmosphäre vorhanden, daß ich mir nur schwer vorstellen kann, daß das irgend eine signifikante Auswirkung auf das Klima haben kann. Luftverschmutzung (sowohl industrielle als auch die durch Vulkanasche)[1], Methan und Wasserdampf wären für so etwas viel mehr prädestiniert. Daß von den Medien CO2 sehr oft als Sammelbegriff für Treibhausgase verwendet wird, ist wieder eine andere Sache.

    Was auch gerne übersehen wird, ist, daß wir uns immer noch in den allerletzten Zügen der letzten Eiszeit befinden. Wenn man immer nur auf die Temperaturrekorde seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen schielt, dann muß man ja zu falschen Schlüssen kommen. Denn halbwegs zuverlässige Aufzeichnungen haben wir erst seit 150 – 200 Jahren. Die immer wieder auftretenden Kalt- und Warmzeiten davor, werden von Medien und sogenannten Wissenschaftsjournalisten meist geflissentlich ignoriert. Erst seit ca. 8.000 Jahren haben wir überhaupt ein einigermaßen stabiles Klima mit halbwegs moderaten Temperatursprüngen.

    Der Butterfly-Effekt, der bei der Klimaforschung immer wieder zu beobachten ist, verhindert ja schon in der Meteorologie zuverlässige, langfristige Wettervoraussagen. Und die Klimaforscher wollen in einem um mehrere Größenordnungen komplexeren Modell das Klima über längere Zeiträume vorhersagen? In den 50er bis 70er-Jahren wurde uns eine neue Eiszeit vorhergesagt[2] und eine ähnliche Klimapanik verbreitet.

    Ich weiß nicht, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht – dazu fehlt mir zuviel Fachwissen. Aber es spielt auch keine Rolle, ob es Treibhausgase, Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, Vulkanasche oder andere Faktoren sind. Denn das Klima hat sich auf der Erde schon immer – teilweise katastrophal – geändert und alle Lebewesen mussten sich daran anpassen. Erdgeschichtlich gesehen wurden schon über 99% aller jemals existierenden Spezies völlig ausgerottet. Von der Methan- zur Sauerstoff-Atmosphäre, extreme Temperaturveränderungen, Gamma-Strahlung (angeblich ein Streifschuss von einer Super- oder Hypernova) , Asteroideneinschläge, Vulkanausbrüche, Verschiebung oder gar Kippen von Kontinentalplatten, Erdachsverschiebungen (sogar Sprünge wurden postuliert), etc.

    Entweder wir passen uns an Veränderungen an, oder wir sterben aus. So einfach ist das.

    [1] 3 Tage Flugverbot nach 9/11 ergaben signifikante Temperaturschwankungen in den USA. [ Dies wurde sehr deutlich bestätigt durch Analyse von normalen meteorologischen Temperatur-Messungen zwischen dem 11 und 14 Sept 2001. Das in der Zeit verhängte Flugverbot über die USA führte zu sehr viel weniger Flugzeug-Kondenswolken und dadurch wurde der Tag-Nacht Temperaturkontrast (mehr Wärmeeinstrahlung am Tag, mehr Abstrahlung nachts) statistisch signifikant grösser. (Nature, Vol. 218, S. 601) ]

    Kräftige Vulkanausbrüche können so viel Staub in die Erdatmosphäre einbringen, dass die Temperatur der Erde über einige Monate bis wenige Jahre deutlich absinkt. Ein Beispiel ist der Ausbruch des Krakatau (1883) zwischen Java und Sumatra, der zu einem Jahr mit schlechten Ernten führte. Der Ausbruch des Pinatubo (1992) spielte eine ähnliche Rolle.

    [2] http://www.skepticalscience.com/arg_Eiszeit-Vorhersagen-in-den-70er-Jahren.htm
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/klimawandel-das-ende-der-letzten-eiszeit-1844835.html

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