FDP ade.

Die Landtagswahl in Sachsen ist sicher nicht repräsentativ für Deutschland, da ähnlich wie in Bayern an einer bürgerlichen Mehrheit schon vor der Wahl nicht der geringste Zweifel bestand.

Umso dramatischer muss das Scheitern der FDP bewertet werden, an dem schon nach den ersten Hochrechnungen keine Zweifel mehr bestehen. Niemand kann der regierenden Koalition aus CDU und FDP eine erfolglose Regierung vorwerfen. Dazu kommt, dass die sächsische FDP mit Zastrow und Krahmer sich sehr deutlich von den sozialliberalen Vorstellungen Lindners abgesetzt hat, stattdessen wirtschaftsliberal und EU-kritisch argumentiert.

Es liegt nicht an Lindner und auch nicht an Rösler

Dennoch scheint der Wähler die FDP nicht mehr für wichtig zu halten. Trotz massiver Kritik vieler Ökonomen an der Berliner Regierung scheinen sich die Wähler nicht an einer weiteren Großen Koalition zu stören. Die sozialdemokratische Kümmer-Republik ist auf absehbare Zeit bei uns der Status Quo – der Etatismus hat wie schon bei der Bundestagswahl immer noch eine satte 90%-Mehrheit. Und das sogar, wenn man Teile der AfD dem liberalen Lager zurechnet.

Die FDP wird nach Meinung der Wähler nicht mehr als Mehrheitsbeschaffer gebraucht, was Lindners Strategie wohl ins Leere laufen lassen wird. Aber noch viel weniger, und das muss man gerade aus der Niederlage der sächsischen FDP schließen, werden liberale Inhalte gebraucht.

Die Krokodilstränen der linken Journaille

Ich habe bei der Bundestagswahl und der Europawahl eben wegen der Themen Euro und Einwanderung AfD gewählt, bei der Landtagswahl in Sachsen aber, wäre ich denn Sachse, hätte ich allein schon wegen Zastrow und Krahmer mich für die FDP entschieden. Spätestens seit Gauland seine außenpolitischen Thesen zu Russland zum Besten gibt, die Partei das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA ablehnt und auch gesellschaftspolitisch eher christlich-konservative Werte vertreten werden, habe ich eh leise Zweifel, ob meine Begeisterung für die AfD bis zur nächsten Bundestagswahl anhalten wird oder ich das Lager der Nichtwähler verstärken werde (womit ich dann wenigstens einmal die Mehrheit hinter mir hätte).

Ungeachtet meiner Zweifel ist es dennoch ein Unding, wie von Journalisten des Staatsfunks gemeinsam mit den Linken in allen Parteien die AfD an den rechten Rand gerückt wird, indem sie bei der Wahlberichterstattung grundsätzlich in einem Atemzug mit der NPD genannt wird. Das ist genau die gleiche Diffamierung, die dazu beigetragen hat, dass die FDP und vor allem der bei diesen Hetzern so verfemte Liberalismus bei uns vor dem Abgrund stehen. Vermutlich wäre die Hetze gegen die AfD eher noch größer, wenn dort Wirtschaftsliberale anstelle Nationalkonservativer das Bild bestimmen würden. Umgekehrt scheint es für diese geschichtsvergessene Bande aber das Normalste von der Welt zu sein, wenn die SPD in Thüringen der Mauermörderpartei wieder an die Macht verhilft. Und ich glaube sogar, dass diese Klientel sich freuen würde, wenn die NPD in den Landtag einzieht (was z.Zt. noch nicht klar ist), alleine um so besser die AfD diffamieren zu können und weiter Gelder für den ausschließlichen “Kampf gegen Rechts” anstatt eines notwendigen Kampfes gegen jeden Extremismus, rechts, links, islamistisch, zu beziehen.

Die Kollektivisten haben gewonnen

Diese Staatsgläubigkeit unseres Mainstreams, die Verdammung von Freiheit und Eigenverantwortung, das Unverständnis für Marktwirtschaft, für wirtschaftliche Zusammenhänge überhaupt, ist der Dünger für den kollektivistischen Sumpf, zu dem unser Land wieder geworden ist, und in dem dann halt manchmal rote und manchmal braune Sumpfblüten, und zunehmend auch exotischere, gedeihen.

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2 Antworten zu FDP ade.

  1. Pingback: Zur Wahl in Sachsen: Kommentar anstatt des Kommentars | Rayson d'être

  2. Martin schreibt:

    Danke, sehr treffender Kommentar.

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