Vorurteile: Update

Vor kurzem wurde eine Studie veröffentlicht zur Rolle von Frauen in der Bundeswehr, deren Ergebnis man auch mit viel gutem Willen nur als niederschmetternd bezeichnen kann. 57% der männlichen Soldaten sind der Auffassung, dass Frauen die Bundeswehr zum Schlechteren verändern. Jeder zweite Mann ist der Auffassung, dass Soldatinnen bevorzugt behandelt würden.

Für die Qualitätpresse wie z.B. den Spiegel ist der Fall klar: es handelt sich um Vorurteile. Was irgendwie nicht so total einleuchten will, denn zum einen hat vor kurzem erst der Spiegel selber berichtet, dass weibliche Marines kaum drei Klimmzüge schaffen, zum anderen fragt man sich schon, wer ein fundierteres Urteil über Soldaten bzw. Soldatinnen abgeben könnte als deren Kameraden. Bestenfalls könnte man den Männern also absichtliche Fehlurteile unterstellen.

Im konkreten Fall zeigt uns der Spiegel eher einen weiteren Nutzen von Vorurteilen: will man sich nicht mit einer Meinung argumentativ auseinandersetzen, so diffamiert man sie einfach als Vorurteil.

Sicher wird der eine oder andere Soldat eben aus Prinzip nicht mit Soldatinnen zusammenarbeiten wollen, aber insgesamt wirkt die Situation doch eher wie ein Musterbeispiel für fehlgeleitete positive Diskriminierung: man verzichtet zugunsten der Gleichstellung auf Gleichbehandlung, indem man an Frauen geringere Anforderungen stellt als an Männer. Und genau das führt dann dazu, dass sich männliche Soldaten über eine Vorzugsbehandlung der Frauen beklagen.

Es gibt sicher viele Bereiche bei der Bundeswehr, in denen Frauen genauso viel leisten können wie Männer, und sexistische Übergriffe gegen Soldatinnen, von denen die Studie ebenfalls berichtet, müssen unterbunden werden. Aber zu ignorieren, dass nur wenige (nicht: keine!) Frauen bei den Bodenkampftruppen mit Männern mithalten können, ist absurd, schwächt eben tatsächlich die Einsatzbereitschaft und gefährdet in letzter Konsequenz das Leben der Soldaten.

Gleichmacherei in dieser Art ist purer Genderismus und genau das Gegenteil sinnvoller diversity – nämlich die unterschiedlichen Stärken von Menschen bei unterschiedlichen Aufgaben optimal zusammenwirken zu lassen.

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