Pardon, wir kapitulieren doch gerne

Pardon, wir haben gewonnen

Der geniale israelische Satiriker Ephraim Kishon hat in seinem Buch “Pardon, wir haben gewonnen” die Erfahrung verarbeitet, dass die bis dahin als Underdogs gehandelten zweieinhalb Millionen Israelis nach ihrem Sieg im Sechstagekrieg gegen eine Übermacht von 50 Millionen Arabern in großen Teilen der Welt plötzlich ziemlich unbeliebt wurden. Und das, obwohl die Kriegstreiber wie auch schon im Palästinakrieg sehr eindeutig auf Seiten ihrer Gegner zu suchen waren. Ganz ähnlich geht es jetzt dem Westen insgesamt, den man ja nicht ohne Grund “die 1. Welt” nennt.

Selig die Armen im Geiste

Dass wir uns gerne auf die Seite des vermeintlich Schwächeren stellen, ist ja seit David und Goliath bekannt, aber dass sich die öffentliche Meinung so grundsätzlich auf die Seite der Unterlegenen, der “Opfer”, stellt, ganz egal, ob diese im Recht oder im Unrecht sind, ist doch ein relativ neues Phänomen. Man kann das z.T. mit dem vor allem in Europa dominierenden sozialdemokratischen Mainstream erklären, für den jeder Sozialhilfeempfänger, gleichgültig, ob Nichtsnutz oder tatsächliches Opfer unglücklicher Umstände, ein role model, und jeder erfolgreiche Unternehmer ein Hassobjekt ist. Wer das Geld anderer ohne Gegenleistung verprasst, wird weniger schief angesehen als ein Philantroph, der Milliarden seines Reichtums spendet. Dies ist umso merkwürdiger, als jedermann Eigenschaften wie Intelligenz, Fleiß, Tatkraft und Mut bewundert. Treten diese allerdings geballt auf und führen dann unweigerlich zum Erfolg, so wird sofort vermutet, dass Gier und Skrupellosigkeit die eigentlichen Triebfedern sein müssen. Man muss schon Fußballstar sein, oder ein – natürlich systemkritischer – Künstler, ein moralischer Kompass wie etwa Günter Grass, um seinen Erfolg und seine Millionen genießen zu dürfen.

You’re not the Master of your Fate

Mittlerweile hat der Opferkult absurde Ausmaße angenommen. Eine der cleversten Dogmen kollektivistischer Ideologien ist, dass niemand an seinem Versagen selber schuld ist, sondern dass immer “das System” schuld ist. Wenn man schon keine Möglichkeit sieht, erfolgreich zu werden, muss man sich wenigstens nicht auch noch selber die Schuld für sein Versagen geben. Schuld sind bestenfalls die “Anderen”, die Juden, Reichen, Amerikaner, gerne auch in Kombination. Das macht den Kollektivismus so attraktiv für alle zu kurz Gekommenen, und die von Abstiegsängsten geplagten Kleinbürger gleich mit. Das Versagen wird zur Tugend und jeder glaubt, auf Kosten aller anderer leben zu können.

Umgekehrt adelt es den Intellektuellen und Gutmenschen, wenn er seine Anständigkeit durch mitfühlendes Verständnis für die “armen Opfer” beweisen kann, ohne zu bemerken, dass er diese Menschen behandelt wie unselbstständige Kinder, denen man es nachsehen muss, wenn sie nicht in der Lage sind, sich ohne Unterstützung und Anleitung in der Zivilisation zu behaupten.

Das Prinzip funktioniert auch global: nicht die afrikanischen Diktatoren sind Schuld an Unterentwicklung und Korruption, sondern die Kolonialmächte, auch noch fast hundert Jahre nachdem sie die Länder verlassen haben. Nicht die Mullahs und Scheichs mit ihrer mittelalterlichen, wissenschaftsfeindlichen Moral und unfähigen Günstlingswirtschaft versagen beim Aufbau von Zivilgesellschaften, sondern der Westen mit seinem Krieg gegen den Terror verhindert paradiesische Zustände wie zu Zeiten von tausendundeiner Nacht.

Ich hasse mich, wir hassen uns

Seit einigen Jahren hat nun dieser Kult des Versagens seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: man hasst nicht nur die wirklich Erfolgreichen, man hasst sich selbst, weil man nicht zu einer anerkannten Opfergruppe gehört. Alles ist besser als ein halbwegs erfolgreicher, zivilisierter, heterosexueller, weißer Mann zu sein.

Der Selbsthass der Deutschen ist, wenn auch nicht zielführend, so zumindest verständlich. Unser Land hat Millionen Menschen industriell vernichtet. Und wie Kishon sagte: ich glaube nicht an die Kollektivschuld, aber an die Kollektivschande.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings der Selbsthass des Westens insgesamt.

Der westliche liberale Rechtsstaat ist die beste Erfindung seit geschnittenem Brot. Die soziale Marktwirtschaft hat mehr Menschen das Leben gerettet als Sozialismus, Faschismus und Katholizismus zusammen umgebracht haben. Nie zuvor ging es so vielen Menschen so gut, waren Menschen jeglichen Geschlechts, Glaubens oder Herkunft so frei und gleichberechtigt wie aktuell in unserem westlichen Kulturkreis.

Und nie seit dem Untergang des Römischen Reiches haben die selbsternannten Eliten und Meinungsführer des Mainstreams so eifrig an ihrer eigenen Vernichtung gearbeitet.

To Fill the World with Fools

Die Marktwirtschaft hat den Sozialismus in Grund und Boden gewirtschaftet; dennoch suchen wir jetzt unser Heil im Staatsdirigismus, untergraben Initiative, indem wir dafür sorgen, dass sich richtiges Verhalten nicht mehr lohnt und Fehler keine Konsequenzen haben. Mehr als 50% der deutschen Wähler haben bei der Bundestagswahl bürgerlich gewählt und linken Umerziehungs- und Steuerplänen eine Absage erteilt, dennoch haben wir jetzt eine sozialdemokratische Regierung. Wenn man sieht, wie begeistert der gescheiterte Sozialist (oh, ein Pleonasmus) Hollande den Koalitionsvertrag feiert, kann man sich ausmalen, was für eine Katastrophe die Große Koalition für unsere Wettbewerbsfähigkeit sein wird.

Wir haben gesehen, wohin Appeasement gegenüber aggressivem Totalitarismus führt; dennoch betreiben wir Kulturrelativismus, verleugnen unsere Werte, tolerieren und fördern das misogyne, homophobe Weltbild einiger Zuwanderergruppen, weil wir sie für die Opfer halten und glauben keine Anpassung an unsere Werte verlangen zu dürfen. Dass Leute, die jeden Frosch für wichtiger als den Bau eines Flughafen halten und statt Weihnachten lieber ein ominöses Lichterfest feiern, für das Opferfest gerne über ihren Schatten springen, kann man ja noch als “kultursensibel” durchgehen lassen, aber wenn in London mittlerweile ganz offiziell Scharia-Gerichte in Familienangelegenheiten und sogar Strafsachen mitreden dürfen, dann hat das nichts mehr mit unserem westlichen Verständnis von Rechtsstaat zu tun. Das Recht auf freie Ausübung der Religion ist eine Sache; etwas ganz anderes ist es eine menschenverachtende, faschistoide Ideologie wie islamistischen Fundamentalismus zu hofieren, der massiv auf politischen Einfluss drängt, und im Erfolgsfall fast ausnahmslos totalitäre Diktaturen hervorbringt. Wir sollten auf sie hören: wenn sie uns “Opfer” nennen: wir machen uns zu Opfern.

Opfer der Political Correctness

Schon an Menschenverachtung grenzt es, dass Großbritannien ebenso stillschweigend die Genitalverstümmelung bei über 60.000 Frauen duldet, oder ein Land wie Schweden, was als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung gilt, seine Frauen und Töchter denjenigen zum Fraß vorwirft, für die blonde, unverschleierte Frauen grundsätzlich Freiwild und Schlampen sind. Schweden hat inzwischen mit großem Abstand die höchste Vergewaltigungsrate in Europa. Es gibt dazu allerdings nur wenige offizielle Zahlen, da Schweden diese zwar erhebt, aber nicht veröffentlichen will. Man könnte die Weigerung, die Ursachen genauer zu erforschen, um zukünftig solche Verbrechen zu verhindern, durchaus als unterlassene Hilfeleistung sehen. Es verwundert nicht, dass die rechten “Schwedendemokraten” bei Wahlen von diesen unhaltbaren Zuständen profitieren. Reaktion der schwedischen Regierung war, als Strafe dafür noch mehr Einwanderung bildungsfernster Schichten durchzusetzen. Mehr Selbsthass geht kaum.

Wir setzen leichtfertig unsere rechtsstaatlich erreichte Sicherheit von Leib, Leben und Eigentum aufs Spiel, weil wir eher die Wirklichkeit unter Rassismusverdacht stellen als den Tatsachen ins Auge zu sehen. Dass manche Straftaten eben weitaus überwiegend von zugereisten Verbrecherbanden begangen werden, bedeutet gerade bei Eigentumsdelikten doch noch lange nicht, dass Ausländer grundsätzlich krimineller als Einheimische sind. Es ist lediglich so, dass ein überproportional hoher Anteil an gesetzestreuen Polen, Russen, Bulgaren oder Libanesen zuhause bleibt, aber umgekehrt überproportional viele Kriminelle aus diesen Ländern von den Zuständen bei uns angelockt werden, und zwar umso mehr,  je weniger wir uns gegen Verbrecher wehren. Das macht uns allerdings nicht zu besseren Menschen. Nur zu besseren Opfern.

All evil needs to triumph is for good men to do nothing. Noch schneller geht es allerdings, wenn die Guten glauben Gutes zu tun, indem sie den Bösen helfen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ideologie, Rant abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Pardon, wir kapitulieren doch gerne

  1. Martin schreibt:

    “ Man könnte die Weigerung, die Ursachen genauer zu erforschen, um zukünftig solche Verbrechen zu verhindern, durchaus als unterlassene Hilfeleistung sehen. “

    Man könnte das m.E. sogar als Beihilfe werten.

  2. Pingback: Die Vernünftigen sind eine unterdrückte Minderheit | Meine Weltsicht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s